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Nightshade

Waldgeflüster

Der Mond schien fahl durchs dichte Blätterdach des Waldes. Obwohl es eine wahrhaft warme Sommernacht war, zitterte Andrea leicht.Ob das dem Umstand entsprang daß sie keine Kleidung trug, oder doch daran lag, daß sie an einen Baum gefesselt war, das wußte die junge Frau nicht. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus beidem.
Ihr Meister hatte sie hier hinterlassen. Am späten Abend war er mit ihr rausgefahren, hatte sie tief in den Wald geführt und hier nackt mit einem Seil festgebunden. Folgsam hatte sie alles mit sich geschehen lassen, im tiefen Vertrauen daß ihr Gebieter immer auf sie acht gibt. Nachdem er sicher war daß sie sich nicht befreien konnte war er wortlos gegangen.
Das war neu für sie. Seit die beiden sich kennengelernt hatten redeten sie über alles was sie ausprobierten. Johann bemühte sich immer behutsam vorzugehen, er wußte daß all das Neuland für Andrea war. Nur dadurch war es ihr möglich gewesen, ihm blind zu vertrauen und sich vollkommen fallen zu lassen.
Nach seinem Verschwinden schossen ihr zunächst tausende Gedanken durch den Kopf. Wo war er hingegangen und wann würde er zurückkommen? Würde er überhaupt zurückkehren? Natürlich würde er das. Oder? Sie kannte Johann gerade mal drei Monate. War ihr Vertrauen wirklich gerechtfertigt? Was wenn sie jemand finden würde, nackt und hilflos wie sie war? Sie war nie nachts alleine im Wald gewesen, woher sollte sie wissen wer sich hier so rumtrieb? Oder was. Andrea dachte an Tiere, Wildschweine oder Rehe. Gab es noch Wölfe in dieser Gegend? Nein, wenn sie dem Fernsehen vertrauen konnte ,waren Wölfe in Deutschland nahezu ausgestorben, zumindest schien sich sowas in ihrer Erinnerung zu manifestieren.
All diese Gedanken hörten nach einer Weile auf und wichen einer erwartenden Leere. Müdigkeit kroch in ihre Glieder, und kleine spitze Ästchen bohrten sich in ihre strapazierten Fußsohlen. Den Schmerz spürte sie kaum. Sie hatte ihre Masochistische Ader schon frühentdeckt, und durch Johann wurden ihr ganz neue Welten der lustvollen Pein eröffnet.
Wie lang sie nun schon hier stand wußte sie nicht, ihrem Durst nach zu urteilen und der nachlassenden Konzentration zufolge waren sicher Stunden vergangen seit Johanns verschwinden.
Plötzlich hörte sie Schritte und ihre Sinne und Gedanken überschlugen sich. Wer könnte das sein? War Johann zurückgekehrt? Noch nie hatte sie sich so sehr auf ein warmes gemütliches Bett gefreut. Doch ihre Hoffnung zerplatzte schlagartig als zwei hochgewachsene Gestalten ins Mondlicht traten, beide deutlich größer als ihr Meister. Und sie trugen schwarze Strumpfmasken!
Panik erfüllte das Mädchen, sie bäumte sich gegen ihre Fesseln, doch bevor sie schreien konnte hatte der eine der beiden ihr bereits ein Tuch zwischen die Zähne gezwängt und an ihrem Hinterkopf verknotet.
Dann ging alles blitzschnell, der eine Mann hatte seine Hose runtergelassen, sie fest gepackt und sich zwischen ihre Lenden gedrängt. Eine Mischung aus Schmerz, Lust und Todesangst erfüllte sie als der Fremde sie nahm. Hatte Johann das arrangiert? Natürlich hatte er, was sonst machen zwei maskierte Männer mitten in der Nacht im tiefsten Wald? Wenn das eine ihrer Prüfungen war würde sie diese tapfer bestehen. Aber was wenn nicht?
Eine stumpfe Schwärze schloss sich um ihren Geist, daß auch der zweite Maskierte ihren Körper packte nahm sie kaum noch wahr. Alle Geräusche, ihre eigenes Stöhnen sowie das der Männer, all das klanghohl und leise durch eine schwarze Wand.
Irgendwann ließen die Männer von ihr ab, ihr Leib sackte zu Boden. Nur die hinterm Baum zusammengebundenen Handgelenke sorgten dafür daß sie nicht komplett im Geäst landete sondern in einer knienden Position hängen blieb.
Nach einer Weile nahm sie vor sich Beine wahr. Als sie aufblickte schaute sie in das vertraute Gesicht ihres Herrn. Johann beugte sich zu ihr runter und gab ihr einen Kuss. Ihr wurde erneut schwarz vor Augen. Trotz ihrer Ohnmacht wußte sie daß er sie nach Hause trug. Er hatte sie immer gehalten. Es war ein schönes Gefühl, in seinen Armen zu liegen.

Entstanden: Oktober 2005

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