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Nightshade

Das Märchen vom traurigen Troll und der Zauberhaften Fee

Es war einmal ein Troll, der lebte in einer dunklen feuchten Höhle in den Gewitterbergen. Die Gewitterberge hießen so, weil es dort ununterbrochen donnerte, regnete und blitzte. Normalerweise machte das dem Troll überhaupt nichts aus, er lebte gerne in den Gewitterbergen. Nur manchmal, wenn es Nacht war und er einsam und alleine in seiner Höhle saß wurde der Troll doch sehr unglücklich. Dann sehnte er sich nach einem Freund, jemand mit dem er spielen, reden oder kuscheln konnte. Wenn es besonders schlimm wurde, lief er einfach hinaus in den strömenden Regen, trotze dem Unwetter und begab sich hinab zum Sonnenwald. Im Sonnenwald war es immer schön warm, und durch die immergrünen Baumwipfel strahlte die lachende Sonne. Überall duftete es nach frischen Blumen, und auch wenn der Troll gerne in den Gewitterbergen lebte, mochte er den Sonnenwald doch sehr gerne.
So war es auch an diesem Tag, als der Troll mal wieder besonders traurig in seiner Höhle gesessen hatte. Griesgrämig brummend lief er durch den Sonnenwald, pflückte hier und da ein paar Beeren, setzte sich auf eine Lichtung und beobachtete einen Schmetterling der verspielt durch die Luft tanzte. Aber an diesem Tag konnte der Troll sich einfach nicht so recht am Sonnenwald erfreuen, also fing er fürchterlich an zu weinen. Auf einmal hörte er eine Stimme direkt an seinem Ohr: "Warum weinst Du denn so?" Der Troll erschrak fürchterlich, rollte sich durchs Gras und schaute sich um. "Wer ist da?" fragte er ängstlich. "Hier oben!" klang die Stimmer wieder. Als der Troll aufschaute sah er über sich eine zauberhafte Fee flattern. "Also, warum weinst Du an einem so herrlichen Tag?" fragte die Fee erneut. Mißtrauisch schaute der Troll die Fee an: "Was geht dich das an?" "Vielleicht kann ich dir helfen, ich bin eine Zauberfee mußt du wissen!" kam die freche Antwort zurück. Skeptisch blickte der Troll zu der Fee auf die immernoch über ihm flatterte, aber er hatte ja nichts zu verlieren. "Ich bin einsam denn ich habe keine Freunde, meinst Du du kannst mir helfen?" "Das ist einfach!" erwiderte die Fee erfreut. Sie fuchtelte mit ihrem Zauberstäbchen herum und auf einmal erschien ein hell leuchtender kleiner Stern vor ihr. "Diesen Stern schenke ich dir jetzt, denn ab jetzt bin ich deine Freundin. Und jedesmal wenn Du einsam bist, rufst Du in den Stern hinein, das höre ich dann und komme zu dir!" Auf einmal war der Troll gar nicht mehr traurig, er hatte jetzt ja eine Freundin gefunden. Eine zeitlang spielten und lachten die beiden noch miteinander, bis der Troll sich von der Fee verabschiedete und glücklich in die Gewitterberge zurückkehrte.

In den nächsten Tagen dachte der Troll immer wieder an die kleine Fee, und jedesmal wenn er das tat ging es ihm wieder gut. Nach einiger Zeit jedoch merkte er, daß er die Fee vermißte und gerne wiedersehen würde. Also besann er sich auf den Stern, den er die ganze Zeit in einem Beutel an seinem Herzen getragen hatte und holte ihn heraus. "Fee", rief er. "Fee, ich möchte dich wiedersehen!" Aber nichts tat sich. Eine zeitlang rief er noch weiter nach der fee, doch je länger seine Rufe ungehört verhallten, desto trauriger wurde er. Nachdem er stundenlang vergeblich gerufen hatte hielt er es vor Trauer einfach nicht mehr iin seiner Höhle aus und stapfte ins Gewitter hinaus um zum Sonnenwald zu laufen, wie früher.
Während er so hinab ins Tal lief dachte er enttäuscht, daß er gar keine Freunde bräuchte. Doch dann hörte er in der Ferne ein vertrautes Stimmchen: "Hilfe... bitte helft mir!" Natürlich erkannte der Troll sofort daß seine kleine Freundin in höchster Not war! Ohne zu zögern rannte er in die Richtung aus der der Hilferuf gekommen war. Plötzlich sah er im hellen Schein eines Blitzes den Umriß eines riesigen Drachen, der eine kleine Fee in einer Klaue hielt. Todesmutig stürmte der Troll auf den Drachen zu. "Was machst Du da? Laß meine Freundin in Ruhe!" Der Drache schaute den Troll grimmig an und erwiderte: "Deine Freundin? Ich werde sie fressen!" "Nein, tu das nicht!" schrie der Troll. "Wenn Du unbedingtjemanden fressen willst, dann nimm mich! An mir ist viel mehr dran." Flehend blickte er zum Drachen auf. "Bitte, laß sie gehen, verschone sie. Diese kleine Fee hat mir gezeigt was Freundschaft ist, sie hat mir geholfen wieder glücklich zu werden. Sie ist etwas ganz besonderes!"
Einige Zeit schwieg der Drache. "Wenn das so ist, eine solche Freundschaft möchte ich nicht zerstören, ein so zauberhaftes Wesen kann ich nicht verspeisen. Ich werde euch beide verschonen, wenn ihr mir versprecht, mich ab und zu zu besuchen und mich an eurem Glück teilhaben zu lassen." Das konnten ihm der Troll und die Fee natürlich mit reinem Gewissen versprechen, und sie zogen glücklich und vereint von dannen.
Seit diesem Tag waren die beiden immer füreinander da und besuchten wie versprochen immer wieder den Drachen, um ihn an ihrem Glück teilhaben zu lassen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie auch noch heute glücklich!

Entstanden: Herbst 2003?

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